Alles muss raus (oder: Coworking-Marathon, Teil 2)
Erst das zweite Posting hier, und gleich ein Sermon. Ich muss mich entschuldigen. Die Alternative allerdings wäre nicht schön: Ein explodierter Kopf, Gehirnreste in der Tastatur. Das möchte man nicht.
Wohlan denn: 1. Coworking Gestern war Coworking Day im betahaus - Abgesandte (fast) aller Coworking-Initiaven in Deutschland treffen sich, um Erfahrungen auszutauschen, vom betahaus-Team zu lernen, die Zukunft des Coworkings zu diskutieren und nächste Schritte dazu zu vereinbaren. Ergebnis: Wir drücken die Daumen für einen Hauskauf in Braunschweig, führen im Januar die Coworking-Clubmarke ein, um in allen deutschen Coworking Spaces arbeiten zu können, treffen uns im Februar zu einem Coworking-Hackday bei uns in Hamburg und im März zum nächsten Coworking Day in einem der bis dahin (hoffentlich) neu entstandenen Coworking Spaces, und haben alles in allem viel gelernt. (Unter anderem, dass wir in Hamburg unsere Raumsuche restarten müssen.) Großen Dank an das betahaus-Team für einen überaus inspirierenden Tag! Heute dann im Anschluss daran: Frühstück mit den wunderbaren http://zweidrei.eu/ - Architekten und Produktdesigner, verantwortlich für die phantastische Innenarchitektur auf dem Palomar5-Camp und generally awesome people. Thema: Wie könnte unser Hamburger Coworking Space, das "Korallenriff", von innen aussehen? Parametric Design, Morpho-Ecologies, Tische und 5-dimensionale CNC-Fräsen haben ihren Auftritt, und am Ende ist klar: Wenn ich das mit jemandem machen möchte, dann mit zweidrei. (Und ein mögliches Projekt für uns springt auch noch dabei raus.)
2. Visualisierung
* wirklich innovative Ideen (und nicht nur Me-toos) fördern,
* Risiko durch Portfolio-Spreizung und streng begrenzte Budgets minimieren,
* Ideen technisch und nach dem Team dahinter bewerten,
* die Projekte inhaltlich, technisch und organisatorisch begleiten und
* generell Ahnung vom und Begeisterung fürs beackerte Themenfeld haben. Und da Jammern nicht hilft, haben wir gestern angefangen, ein solches Modell zu entwickeln. Wer, wie und was genau: wird (wieder) nicht verraten. Nur soviel: Eigentlich sind alle erforderlichen Komponenten schon da - und ein Abklatsch von Y Combinator wird es nicht werden, ebenso wenig ein zweites Seedcamp. Stay tuned. 4. Kommunikation Das ambitioniert este Projekt auf dem Palomar5-Camp war sicherlich http://ahumanright.org - weil Kommunikation ein Menschenrecht ist, wollen Kosta Grammatis, Zeesy Powers und andere ein Satellitennetzwerk aufbauen, das > 95% der Menschheit mit freiem, schnellem Internet versorgt. Sounds crazy? You don't know these guys. Sie legen ein Wahnsinnstempo vor, reden mit den ganz Großen, und am Freitag wird bereits der Naming Contest für das Projekt gelaunched. Das bisschen Backend dazu: von uns - und zu Weihnachten gibt's gleich die nächste Microsite. Es macht unfassbaren Spaß, mit so schlauen, mutigen und enthusiastischen Menschen zu arbeiten - und an etwas wirklich Wichtigem zu arbeiten. Kann ich nur jedem empfehlen. Ach ja: Wie kommt man jetzt eigentlich zu all dem? Ganz einfach: Reden, reden, reden - und eben nicht: reden wegen einem Job für mich. Sondern: Über das reden, was einem unter den Nägeln brennt, was die Welt verändert, was man liebt & was man hasst. Und: einfach anfangen damit - Serendipity erledigt den Rest. Danke für Ihre Aufmerksamkeit. P.S.: Wer übrigens nochmal konzise gesagt bekommen möchte, warum gleichzeitig soviel Müll zum Thema Internet gesagt wird (jaha: da liegt nämlich das "Qualitätsproblem"), der lese bitte diesen Grundlagentext von Kathrin Passig. (Ja genau, der schon den ganzen Tag auf Twitter empfohlen wird.)